Wie groß muss ein Teich für Koi und andere Zierfische sein?
- P L
- 28. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Dimensionierung nach Fischgewicht & praxisnahe Empfehlungen
Ein gesunder, klarer und langlebiger Zierfischteich steht und fällt mit zwei Faktoren: ausreichendes Wasservolumen und eine professionell dimensionierte Filteranlage. Besonders bei anspruchsvollen Arten wie Koi ist eine gute Planung entscheidend – denn Koi wachsen schnell, produzieren viel Biomasse und benötigen viel Sauerstoff.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
Welche Teichgröße Koi und andere Zierfische benötigen
Wie die Dimensionierung nach Fischgewicht funktioniert
Welche Bauweisen sich bewährt haben
Filtertechnik: Systeme, Vor- und Nachteile
Realistische Kostenrahmen
1. Teichgröße für Koi & Zierfische – Faustregeln und Dimensionierung nach Fischgewicht

Mindestgröße für Koiteiche
Koi werden 60–90 cm groß, manche sogar über 1 m. Daher gilt:
Mindestvolumen für Koiteich: 10.000 Liter
Empfohlen für stabile Wasserbiologie: 15.000–30.000 Liter
Tiefe: mindestens 1,5 m, ideal 1,8–2,2 m
Je größer der Teich, desto stabiler das System – besonders im Sommer und Hochwinter.
Dimensionierung nach Fischgewicht
Eine professionelle und präzise Methode ist die Berechnung nach Gesamtfischgewicht.
Empfohlene Wassermenge pro kg Fisch:
Koi: mindestens 500–1.000 Liter / kg Fisch
Goldfische, Orfen & kleinere Arten: 200–400 Liter / kg Fisch
Störe (hoher Sauerstoffbedarf): 800–1.200 Liter / kg Fisch
Beispielrechnung:
Ein Teich mit 10 Koi à 1 kg ergibt:10 kg Gesamtfischgewicht × 1.000 Liter = 10.000 Liter MindestvolumenBesser: 15.000–20.000 Liter für biologische Stabilität.
Mit wachsendem Koi-Bestand sollte immer die spätere Endgröße berücksichtigt werden.
2. Die richtige Filteranlage – Leistungsberechnung nach Fischgewicht
Koi produzieren viel Ammonium/Ammoniak, was nur eine starke Filterbiologie zuverlässig abbaut.
Faustregeln für Filterdimensionierung
Filterleistung: 1,5–2 × Teichvolumen pro Stunde
Biologische Filterkammer: 50–100 Liter Filtermaterial pro kg Fisch
Mechanische Vorfilterung: Pflicht bei Koi
Beispiel:20.000-Liter-Koiteich → empfohlen 30.000–40.000 l/h Umwälzung.
Welcher Filtertyp ist der richtige?
1. Vliesfilter / Trommelfilter (mechanisch)
Vorteile: extrem feine Filterung, sehr klarer Teich, geringe Wartung
Nachteile: höherer Anschaffungspreis
Optimal für: Koiteiche mit klarem Wasseranspruch
2. Moving Bed Filter (biologisch)
Bewegliche Helix-/K1-Medien mit Sauerstoffeintrag
Sehr hohe Abbauleistungen, besonders bei hohen Fischbeständen
3. Mehrkammerfilter (klassisch)
modular, günstig, aber wartungsintensiv
gut für mittelgroße Teiche
4. Druckfilter (für kleine Teiche)
für Koi ungeeignet
geeignet für Zierfischteiche bis 5.000 Liter

3. Bauweisen von Zierteichen: Vor- und Nachteile
A) Folienteich (EPDM oder PVC)
Vorteile:
flexibel in der Form
preislich günstig
schnelle Installation
Nachteile:
mechanisch empfindlicher
schwerer zu reinigen
bei großen Teichen unpraktisch
B) Betonteich / gemauerter Teich
Vorteile:
extrem langlebig
ideal für Bodenabläufe & Skimmer
perfekt für Koi
Nachteile:
höherer Preis
mehr Planungsaufwand
C) GFK-/PP-Fertigteiche oder PP-Schweißteiche
Vorteile:
absolut glatt → leicht zu reinigen
robust & langlebig
schnell montiert
Nachteile:
höherer Anschaffungspreis
Form meist vorgegeben
4. Kostenübersicht (realistische Richtwerte)
Koiteich 10.000–20.000 Liter
Bau (Folien- oder Betonteich): 5.000–15.000 €
Filteranlage hochwertig: 2.500–8.000 €
Pumpentechnik: 300–1.500 €
UVC-Technik: 200–900 €
Gesamt realistisch: 8.000–25.000 €
Großprojekte 30.000–80.000 Liter
Gesamtkosten meist 20.000–60.000 €, je nach Technik, Bauweise & Ausstattung.
5. Fazit
Ein gesunder Koiteich entsteht durch korrekte Dimensionierung nach Fischgewicht, durchdachte Bauweise und eine leistungsstarke Filteranlage.Die wichtigste Regel lautet: Lieber eine Nummer größer planen, denn Koi wachsen – und mit ihnen der Bedarf an Wasserqualität und Filterleistung.



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