Versickerungsmulden im Garten anlegen: Regenwasser sinnvoll nutzen
- Luther.land

- vor 4 Tagen
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Angesichts zunehmender Starkregenereignisse und gleichzeitig trockener Sommer wird ein intelligentes Wassermanagement im eigenen Garten immer wichtiger. Eine der effektivsten Methoden, um Regenwasser direkt vor Ort zu speichern und dem Grundwasser zuzuführen, ist das Anlegen einer Versickerungsmulde. In Regionen wie Südtirol, wo topografische Gegebenheiten und Bodenbeschaffenheit stark variieren, bietet diese naturnahe Lösung einen enormen Mehrwert für den Wasserhaushalt und das Mikroklima.
Hier erfahren Sie, wie Sie eine Versickerungsmulde im Garten anlegen und worauf Sie bei der Planung achten müssen.
Was ist eine Versickerungsmulde?
Eine Versickerungsmulde ist eine flache, begrünte Vertiefung im Gelände. Ihr Hauptzweck ist es, das von versiegelten Flächen (Dach, Terrasse, Einfahrt) gesammelte Regenwasser zwischenzuspeichern und es langsam durch die belebte Bodenschicht versickern zu lassen. Dies entlastet die Kanalisation und schützt Ihren Garten vor Überflutungen. Die Mulde soll nicht dauerhaft überstaut sein, sondern das Regenwasser nur zwischenspeichern und dem Boden zur Versickerung zuführen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Versickerungsmulde anlegen
1. Standort und Bodenprüfung
Bevor Sie mit dem Aushub beginnen, müssen Sie die Versickerungsfähigkeit Ihres Bodens testen. Sandige Böden leiten Wasser schnell weiter, während lehmige Böden in Südtiroler Tallagen oft eine zusätzliche Kiesschicht zur Unterstützung benötigen könnten. Eine Mischung aus sandig-lehmig wäre ideal.
Abstand: Halten Sie mindestens 2 bis 5 Meter Abstand zum Hausfundament ein, um Feuchtigkeitsschäden am Gebäude zu vermeiden.
2. Berechnung und Aushub
Die Mulde sollte etwa 10 % bis 20 % der angeschlossenen Dachfläche groß sein.
Tiefe: Heben Sie die Mulde etwa 30 bis 50 cm tief aus.
Gefälle: Die Seitenwände sollten flach auslaufen (Böschungsneigung ca. 1:3), damit die Mulde stabil bleibt und gut bepflanzt werden kann.
3. Der Schichtaufbau
Damit die Versickerungsmulde langfristig funktioniert, ist der richtige Aufbau entscheidend:
Sohle: Lockern Sie den Boden am Grund der Mulde tiefgründig auf.
Filterschicht: Eine Schicht aus Mutterboden (ca. 10–20 cm) dient als natürlicher Filter für Schadstoffe.
Zulauf: Das Wasser wird über eine Rinne oder ein Rohr in die Mulde geleitet. Achten Sie auf ein leichtes Gefälle vom Haus weg.
4. Die richtige Bepflanzung
Wählen Sie Pflanzen, die sowohl kurzzeitige Überflutungen als auch Trockenperioden vertragen. Heimische Gräser, Sumpfschwertlilien oder die Bach-Nelkenwurz sind ideal. Eine dichte Grasnarbe schützt die Mulde vor Erosion.
Unser Tipp für nachhaltige Gärten
Achten Sie beim Bau unbedingt darauf, dass die Mulde einen Not-Überlauf hat. Bei extremen Unwettern kann so überschüssiges Wasser kontrolliert in eine weitere Versickerungsebene oder den Garten geleitet werden, ohne Schäden anzurichten. Eine gut geplante Anlage steigert die Resilienz Ihres Grundstücks spürbar.

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